Knalleffekt nach der Regierungsbildung:
Betriebe sind in Gefahr!
Auslandsboykotte treiben Klein- und Mittelbetriebe an den Rand des Abgrunds

Fritz StroblDer FWV Wien will helfen. Unmittelbar vor der Wahl zur Wiener Wirtschaftskammer (25., 27. und 28. März) kracht es bei einigen Klein- und Mittelbetrieben gewaltig. Nachdem der Rest der Welt mit wirtschaftlichen Sanktionen gegen die neue FPÖ/ÖVP-Regierung in Österreich droht, zittem vor allem die Kleinen: "Besonders betroffen sind in einer ersten Welle jene Untemehmen, die mit Kunst, Kultur oder Tourimus handeln", erklärt Fritz Strobl, Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes Wien. Dem Vemehmen nach haben Veranstaltervon Konzerten bereits mit ersten Absagen internationaler Stars in Wien zu kämpfen. Der bekannteste Rückzieher: Lou Reed. Strobl dazu: "Eine Absage eines derartigen Konzertes bedeutet für den Veranstalter einen Einnahmenverlust von mehreren tausend zahlenden Gästen - also umgerechnet einigen hunderttausend Schilling." Für kleine Veranstalter ein wirtschaftliches Todesurteil. "Was intemationale Agenturen leicht verschmerzen, bedeutet auf ei- nem Markt wie Österreich das Aus vieler kleiner Unternehmen", befürchtet Strobl. Dagegen anzukämpfen ist enorm schwer. Trotzdem möchte der FWV Wien in einer Sofort-Aktion Hilfe anbieten. So soll eine Hotline (Tel.: 534 27 DW 291) beim Freien Wirtschaftsverband eingerichtet werden, über die betroffene Untemehmer Tipps von Experten bekommen können. Zusätzlich plant Strobl eine Info- und Imageoffensive für Wien und Österreich: "Ich setze mich persönlich dafür ein, um jeden zu überzeugen, dass eine Regierung aus ÖVP und FPÖ nicht für die Gesinnung eines ganzen Landes steht. Wien ist anders - und nach wie vor ein sicherer Standort für Unternehmen und eine Hauptstadt der Kultur."